Die Haut ist, was Du isst
Das solltest Du bei Deiner Hautbeschwerde beachten
Hautalterung und Falten - Wenn minimale Entzündungen im Hautgewebe auftreten

Warum sehen manche Menschen wesentlich jünger aus, als sie sind? Nicht alle Menschen altern gleich schnell.

Wissenschaftler sind mittlerweile den Übeltätern auf der Spur. Die eigentlichen Ursachen für Fältchen, schlaffes Bindegewebe und hängende Gesichtskonturen scheinen minimale Entzündungen im Hautgewebe zu sein. Diese werden durch den Lebensstil begünstigt – insbesondere durch falsche Ernährung. Alterung ist nach neuesten Erkenntnissen eine schwache, aber dennoch nachweisbare Entzündung, die den gesamten Körper betrifft.

Es gibt drei große Alterungsbeschleuniger, die Du durch Deinen Lebensstil und Deine Ernährung begünstigen oder bremsen kannst.

Zum einen sind das die freien Radikale, die im Stoffwechsel anfallen. Ihr Gegenmittel, die sogenannten Antioxidantien, können wir auf unserem Teller finden. Sie sind in verschiedenen Nahrungsmitteln, allen voran Obst und Gemüse, aber auch in Tee, dunkler Schokolade und Kaffee enthalten.

Der zweite Beschleuniger sind Öle und Fette mit einem hohen Omega-6-Fettsäure-Gehalt, denn dieser fördert Entzündungen. Doch auch für sie gibt es ein Gegenmittel, nämlich Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, und verschiedene Gewürze wie Ingwer und Curcuma.

Die dritte „süße Gefahr“ geht vom Zucker aus. Diesen finden wir nicht nur in Kuchen und Süßigkeiten, sondern auch versteckt in Ketchup oder Fertiggerichten. Die Gegenmaßnahmen sind eine ballaststoffreiche und ausgewogene Kost und der Verzicht auf zu viele Snacks zwischendurch.

Rosacea – Wenn die Gefäßmotorik in der Haut gestört ist

Die Erkrankung befällt vor allem die Rundungen der Gesichtshaut. Auf den Wangen und am Kinn leuchten rote Äderchen, die Haut brennt und ist mal zu fettig, mal zu trocken, aber immer überempfindlich.

Zur Rosacea gehört eine gestörte Gefäßmotorik in der Haut, beim Übergang von warm zu kalt oder umgekehrt. 

Eine Hautverschlechterung kann durch manche Nahrungs-und Genussmittel auftreten, die die Gefäße reizen: Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze und Zigaretten.Auch heiße Getränke (Kaffee, Tee, Glühwein), Schweinefleisch, Schweineschmalz, Sonnenblumen-und Distelöl sind ungeeignet.

Nicht selten stößt man bei Rosacea-Patienten auf eine Balancestörung der Zusammensetzung der Bakterienstämme im Darm. Daher kann man von einer Darmsanierung und der Ansiedlung von gesunden Bakterienstämmen profitieren. Das gelingt über ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkorn, Hülsenfrüchte, Samen, Nüsse, Körner, Wurzeln, Gemüse, Obst und probiotische Lebensmittel wie unpasteurisiertes Sauerkraut oder Kefir.

Als günstige Nahrungsmittel bei Rosacea gelten auch Fisch und Geflügel.

Psoriasis – Wenn die natürliche Hauterneuerung beschleunigt ist

Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine genetisch bestimmte Erkrankung mit Entzündungen der Haut, Hautverdickungen und fest haftender silberner Schuppung. Häufig tritt auch Juckreiz auf.

Verantwortlich für die massive Schuppenbildung ist eine Störung der natürlichen Hauterneuerung. Hornzellenwerden in der untersten Schicht der Oberhaut gebildet, durchlaufen einen Reifungsprozess, gelangen nach einer bestimmten Zeit an die Hautoberfläche und werden hier abgestoßen. 

In gesunder Haut benötigen die Hornzellen für diesen Vorgang etwa vier Wochen. Bei Patienten mit Psoriasis ist der Vorgang der Hauterneuerung deutlich beschleunigt, der Lebenszyklus der Hornzellen ist teilweise auf vier Tage begrenzt. Deshalb stößt die Haut jeden Tag ca. eine Handvoll Schuppen ab.

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass sich sowohl Hautentzündung als auch Rötung und vermehrte Schuppenbildung über die Ernährung günstig beeinflussen lassen und sich auch die überstürzte Zellteilung wieder normalisiert.

Eine ausreichende Zufuhr entzündungshemmender Omega-3-Fettsäuren über Fisch und Öle ist deshalb sinnvoll.

Häufiger Genuss von Schweinefleisch, Schweineschmalz und fetter Wurst kann die Schuppenflechte zum Aufblühen bringen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die entzündungsfördernde Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure in der Psoriasis-Haut um das 20-fache erhöht ist. Aus diesem Grund sollte man Entzündungsfette in der Nahrung reduzieren sowie Distel-und Sonnenblumenöl meiden.

Auch scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte können eine Verschlechterung herbeiführen. Übermäßiger Alkoholgenuss kann eine schweren Psoriasis-Schub provozieren.

Ein Teil der Schuppenflechte-Patienten bekommt durch glutenfreie Kost eine bessere Haut, es lohnt sich demzufolge das Weglassen von Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer und Gerste auszuprobieren. Dazu gehört auch Bier.

Auch Heilfasten –insbesondere Intervall-Fasten – hilft bei Schuppenflechte gut.

Neurodermitis – Wenn die Schutzfunktion der Haut gestört ist

Bei Neurodermitis-Patienten ist gesamte haut sehr trocken. Hinzu kommen raue, schuppige, manchmal auch nässende Ekzeme vor allem in den Beugen, am Hals und Nacken. Eine einheitliche Ursache für Neurodermitis ist nicht bekannt. Wahrscheinlich sind mehrere Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt. Die Anlage zu Neurodermitis wird vererbt.

Man kann die Haut von innen fetten. Gamma-Linolensäure (GLS) ist eine Fettsäure, die besonders wichtig für das Abwehr-und Barrieresystem der Haut ist, für die Produktion von Hautfetten und die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu binden.

Um die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen, muss die Zufuhr an Gamma-Linolensäure erhöht werden.

Gamma-Linolensäure-reiche Öle sind Nachtkerzen, Hanf-, Borretsch-und Kernöl der Schwarzen Johannisbeere oder Stachelbeere. Allerdings liefern die meisten dieser Öle auch große Mengen Omega-6-Fettsäuren, deren Anteil in der Nahrung eher gesenkt werden sollte. Günstig ist es deshalb, zusätzlich entzündungshemmende Omega-3-Öle zu verwenden oder auf Hanföl mit seinem guten Fettsäure-Verhältnis zurückzugreifen.

Etwa ein Drittel der Neurodermitiker leidet gleichzeitig unter Nahrungsmittelallergien. In diesem Fall ist eine Ernährungsumstellung sinnvoll und beeinflusst die Hautkrankheit meist günstig.

Ein Ernährungstagebuch, in dem einige Zeit über die täglichen Mahlzeiten und den Hautzustand Buch geführt wird, kann helfen, die verdächtigen Lebensmittel herauszufinden. Milch, Eier, Weizen, Soja und Erdnüsse führen die Hitliste bei Kindern an, Erwachsene reagieren auf Haselnuss, Sellerie, Obst und Fisch, aber zunehmend auch auf Hülsenfrüchte und Soja allergisch.

Oft wird gekochtes Obst besser als rohes vertragen. Oft werden nicht alle Apfelsorten gleich schlecht vertragen, experimentiere mit verschiedenen Sorten.Ersetze Steinobst häufiger durch Beeren oder Melone. Diese verursachen weniger Probleme

Pickel und Akne – Wenn Talgdurchfall Poren verstopft und Aknebakterien nährt

Akne ist eine der häufigsten Hautkrankheiten. In westlichen Zivilisationen leiden ca. 80 Prozent aller Jugendlichen darunter. Oft bleibt die Neigung zu Pickeln auch noch bis weit ins Erwachsenenalter hinein bestehen. Schweregrad und Dauer der Akne werden u.a. bestimmt durch Hormone, die Talgproduktion, die Verhornung der sogenannten Talgdrüsenfollikel und die Besiedlung dieser mit Aknebakterien (Propionibacterium acnes).

Welche Auswirkungen hat das, was wir essen, ist es den Pickeln egal, was auf den Tisch kommt?

Forscher haben in jüngster Zeit festgestellt, dass tägliches Milchdoping Talgdrüsen vergrößert und Entzündungen im Körper begünstigt.

Milch ist kein gewöhnliches Nahrungsmittel, sondern hat einen biologischen Auftrag. Sie enthält Signalsysteme, die nach der Geburt von Mensch und Tier Wachstum erzeugen. Leider stimulieren diese ein Hormon, das Zellwachstum bis hin zu tumorösen Wucherungen fördert. Neben den männlichen Hormonen ist IGF-1 (Insulin-like growth factor 1) im Blut ein maßgeblicher Auslöser. Dieser Botenstoff steigert die Talgmengen und lässt das fettliebende Aknebakterium in der Pore wie verrückt wuchern – Mitesser entstehen und entzünden sich. Gesunde Alternativen für Milchfans sind Hafer-, Mandel- oder Kokosmilch.

Außerdem hat die Wissenschaft inzwischen einen weiteren Übeltäter entdeckt – die Transfettsäuren. Sie sind schädlich und stecken vor allem in industriell gehärteten Fetten, die für Fast Food, Nuss-Nougat-Cremes, Chips, Pommes, Pizza und weitere Fertigprodukte verwendet werden. Akne lösen sie aus, da sie die Talgproduktion und die Verhornung in der Pore ankurbeln, die dadurch rasch verstopft.

Natürlich sollte man auch die Finger von Zigaretten lassen, sie sind ein Genussgift mit vielen Nebenwirkungen.
Rauchen kann Entzündungen in den Mitessern fördern und aus Mitessern Aknepickel wachsen lassen.

Weizen und Gluten können ebenfalls zu Hautproblemen – Unreinheiten, Pickeln und Akne führen. Das Klebereiweiß Gluten kommt im Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen vor.
Bei der Ankunft von Gluten im Verdauungstrakt schwärmen Antikörper aus und entzünden die Darmschleimhaut samt den feinen Schleimhautzotten. Nährstoffe gelangen nicht mehr ausreichend in den Organismus, es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Die durch die Entzündung löchrig gewordene Darmbarriere kann sich schlechter gegen Erreger und Gifte schützen. Die Darmflora leidet, das Hautbild ebenso.

Auch Zucker lockt Akne. Leicht verdauliche und hochglykämische Lebensmittel lassen den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen und der Insulinspiegel steigt an. Das regt die Talgdrüsen dazu an, mehr Hautfett zu bilden. Poren verstopfen und Bakterien gedeihen.

Wenn es Dir als Akne-Patient gelingt, Dich mit viel Gemüse, Körnern, Nüssen, Samen, Bio-Fisch ohne Schadstoffe und etwas Obst zu ernähren, kannst Du Dein Hautbild wesentlich verbessern.

Zu meiden sind Transfette, Weißmehl, Zucker und große Mengen an Milchprodukten (Kuhmilch).

Cellulite – Wenn die Kollagenstruktur des Bindegewebes leidet

Cellulite ist eine Bindegewebsschwäche, keine entzündliche Veränderung des Fettgewebes. Es sind keine Schlacken. Das Bindegewebe besteht aus gitterartigen Kollagensträngen. Durch leichte Stauungen der Lymphe, durch Wassereinlagerungen, hormonelle Veränderungen, kann diese Kollagenstruktur unter leichter Schwellung sichtbar werden. Frauen haben dünnere Ober- und Lederhaut und leider dickere Fettzellen, die locker vernetzt sind und weil genetisch das Potenzial vorhanden ist, dass sie schwanger werden und Kinder bekommen, ist das Ganze lockerer aufgebaut. Östrogen wirkt sich auf die Fibroblasten – fixe Bindegewebszellen – aus. Wenn diese Kollagenstrukturen des Bindegewebes leiden, dann werden die Fettzellen nach außen gedrückt und sichtbar.

Die in Getreide enthaltenen Lektine sind problematisch, diese Eiweißstrukturen machen die Darmwand löchrig. Unerwünschte andere Stoffe können ins System eindringen. Vollkorn ist ein Problem, die kritischen Stoffe sitzen in den Randstrukturen. Milch enthält Casein und Wachstumshormone.

Alkohol, industriell hergestellte Nahrungsmittel (Fructose, Maissirup), Transfette, Zucker, Süßstoffe sind kritisch – die Hautstruktur ändert sich, wird knüppelhart. Zucker und Süßstoffe fördern chronische, niedriggradige Entzündungen im Körper und auch das Fettgewebe verhärtet.

Artgerechte Ernährung – Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, Salat, ballaststoffreiches Gemüse und die richtigen Öle sind hilfreich.

Alternativen zum Süßen sind Erythrit und Xylit.

Bei Omega 6- und Omega 3-Fettsäuren kommt es auf das richtige Verhältnis an – 5:1 ist empfehlenswert.

Omega 3 ist in Fisch, Muscheln, Austern enthalten. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren sind weniger stabil, man sollte sie nicht hoch erhitzen, z.B. Walnussöl und Leinöl kalt über den Salat geben.

Kokosöl ist sehr gut – dieses kann man auch erhitzen, zum Braten verwenden.

Olivenöl enthält eine Omega-9-Fettsäure, diese ist stark entzündungshemmend, aber Olivenöl darf nicht erhitzt werden.

Nikotin und Alkohol sind Gifte, sie werden ins Fettgewebe eingelagert.

Intervallfasten – eine Mahlzeit am Tag weglassen oder 2 Tage in der Woche fasten – ist eine gute Möglichkeit, den Körper zur Ruhe zu bringen.